Warum Spenden ?

Die Deutschen spendeten 2011 rund 1,5 Milliarden Euro. Weshalb werden Dinge wie Nothilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Forschungsförderung nicht einfach dem Staat überlassen? Es widerspricht zwar unserem Verständnis für Demokratie – aber viele Menschen haben die diffuse Idee, sie könnten beim Staat nicht mitbestimmen, wie ihre Steuergelder eingesetzt werden. Beim Spenden können sie selbst entscheiden, wann sie dazu bereit sind und wer die Spende schließlich erhält.

Ist dieses Kontrollgefühl nicht trügerisch?

Es lässt sich in der Realität nicht umsetzen. In vielen Fällen wissen die Spender nicht einmal genau, wofür sie gespendet haben: Das Interesse an den Jahresberichten der Non-Profit-Organisationen ist bei weitem nicht so hoch wie das Spendenaufkommen. Die Leute scheinen diesen Organisationen grundsätzlich zu vertrauen.

Spender sind also unvernünftige Menschen?

Grundsätzlich ist es aus der ökonomischen Sicht tatsächlich irrational, etwas zu geben, ohne einen realen, messbaren Gegenwert zu bekommen. Für das Spendeverhalten gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Manche Theorien gehen von Altruismus aus und damit von der Annahme, dass Menschen dazu bereit sind, Teile ihres Wohlstands für andere abzugeben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. «In Krisenzeiten rücken Notsituationen eher in unser Bewusstsein.» Aber gerade bei privaten Spenden ist der so genannte «Warm Glow»-Effekt sehr
häufig anzutreffen. Das heisst, man spendet, um ein gutes Gefühl zu haben.

Viele spenden auch aufgrund von Reziprozität. Wenn Sie bei einem Freund eingeladen sind und eine Flasche Wein mitbringen, dann erwarten Sie, dass dieser Freund auch eine Flasche Wein an Ihre Party mitbringt. Man spendet in der Erwartung, dass einem auch geholfen wird, steckt man einmal selbst in einer Notsituation. Diese Reziprozität trägt auch zur Stabilität einer Gesellschaft bei.

Inwiefern?

Gerade bei nationalen Katastrophen, wie beim Erdrutsch in Gondo oder bei den Überschwemmungen in der Zentralschweiz, war das Spendenaufkommen besonders hoch. Weil die Menschen das Gefühl hatten, es hätte auch sie selber treffen können. Die Reziprozität ist auch ein Grund, warum wir zu Zeiten der Finanzkrise kaum einen Rückgang der privaten Spenden feststellen konnten – die Spenden haben sogar etwas zugenommen. In Krisenzeiten rücken Notsituationen eben eher in unser Bewusstsein.

Reziprozität verspricht aber nicht allen Notleidenden einen reichen Spendensegen.

Wieso war und ist das Spendenaufkommen für die Flutopfer in Pakistan so gering?

Vergleichen Sie die Flut in Pakistan mit dem Tsunami in Südostasien vor sechs Jahren. Damals wurde die größte Spendenwelle der Welt ausgelöst. Das hat verschiedene Gründe: Einerseits fiel die Katastrophe in die Weihnachtszeit. Andererseits gab es eindrückliche Bilder. Von der Flut in Pakistan sah man nur Schutthaufen. Das löst ganz andere Gefühle aus. Der weitaus wichtigste Grund für das riesige Spendenaufkommen ist aber: Vom Tsunami waren Touristengebiete betroffen. Jeder in der Schweiz konnte von jemandem erzählen, der schon einmal dort war. Das persönliche Betroffenheitspotenzial war grösser, und damit auch die Reziprozität und schließlich die Spendenbereitschaft. Daran zeigt sich, dass Naturkatastrophe nicht gleich Naturkatastrophe ist – und dass das Spendenverhalten grundsätzlich irrational ist.
Wie steht es um das persönliche Betroffenheitspotenzial bei Katastrophen, die von Menschen verursacht wurden – wie beispielsweise bei kriegerischen Auseinandersetzungen? Sinkt da die Bereitschaft zu spenden? Tatsächlich ist bei menschengemachten Katastrophen eine gewisse Zurückhaltung bei den Spendern auszumachen. Das ist auch im Bereich der Krankheiten so:
Natürlich haben solche Fälle Auswirkungen. Aber die Stammspenderschaft bleibt einer Organisation grundsätzlich treu. Sie ist überzeugt von Grund und Zweck der Stiftung und spendet weiter. Außerdem vergessen Spender schnell. Sie sind durchaus bereit, der Organisation eine neue Chance zu geben, wenn diese beispielsweise die Führung auswechselt.

Treten dabei keine Ermüdungserscheinungen auf?

Natürlich kann man nicht immer mit den gleichen Argumenten Spenden sammeln. Die Organisationen versuchen immer wieder, neue Themen aufzubringen. Das ist an Trends in unserer Gesellschaft gekoppelt. Zurzeit könnte man zum Beispiel mit dem Thema Migration Spenden sammeln. Manche Probleme verschwinden im Laufe der Zeit – und es kommen laufend neue dazu. Oder sie wandeln sich. Kinderarmut sah vor fünfzig Jahren anders aus als heute.
Wir sind noch nicht am Ende angekommen. «Die Arbeit von Non-Profit-Organisationen ist in vieler Hinsicht eine Sisyphusarbeit. Und trotzdem muss sie gemacht werden.»

Glauben Sie, Spenden werden irgendwann nicht mehr nötig sein?

Nein, wahrscheinlich werden sie immer nötig sein. Der deutsche Soziologe Wolfgang Seidel behauptete einst, Non-Profit-Organisationen würden vom Staat eingesetzt, wenn dieser gesellschaftliche Probleme nicht lösen könne. Zum Beispiel bei häuslicher Gewalt: Betreibt eine Organisation ein Frauenhaus, dann ist das eine Lösung für ein Symptom – das eigentliche Problem wird damit nicht gelöst. Man könnte sagen: Die Non-Profit-Organisationen bleiben deshalb bestehen, weil sie erfolgreich scheitern. Sie kümmern sich um die Folgen, die ein ausufernder Kapitalismus produziert. Das in vieler Hinsicht eine Sisyphusarbeit. Und trotzdem muss sie gemacht werden.

Wenn das so ist – wie spendet man richtig?

Nun, zuerst müssen Sie sich überlegen, welcher Themenbereich Sie überhaupt interessiert, wofür Sie spenden wollen. Vergleichen Sie dann die entsprechenden Organisationen und Projekte. Wenn Sie etwas gefunden haben, das Ihnen entspricht: Teilen Sie Ihre Spende möglichst nicht auf. Kleine Einzelspenden sind für die Organisationen teuer, denn überall werden Sie als aktiver Spender aufgenommen und immer wieder angeschrieben. Konzentrieren sie sich also auf ein einzelnes Projekt – damit können Sie viel mehr bewirken. Und bleiben Sie Ihrer Organisation ein paar Jahre treu.

Stand 2014 :
Wikihelp e.V. Die gemeinnützige Kinderhilfe Essen


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